Kurdisch Sprachkurs an der UNI Paderborn

Motivation

Warum gerade ein kurdischer Sprachkurs im Zeitalter von Web 3.0 und Industrie 4.0; wenn English, Chinesisch, Spanisch, Deutsch und Französisch weltweit mehr Zulauf bekommen?

Die Antwort liefert uns ein Kurdisches Sprichwort: „Tenê masîyê li dijî şekê sobeya dikin, digihîjin serê kahnîyê.“ und bedeutet „Nur gegen Strom schwimmende Fische kommen an der Quelle an.“ Alte Sprachen sind Quellen von altem Wissen. Die Kurdische Sprache gehört zu den ältesten Sprachen der Welt. Wer Antworten auf die modernsten Fragen und Probleme der Menschheit sucht, wie Delphi und Dodona sie niemals zu geben vermochten, wird sich dem Studium der Klassiker der alten Sprachen zuwenden müssen, in welcher Sprache sie auch geschrieben und wie alt sie auch sein mögen. In der kurdischen Sprache finden wir die erhabensten der uns überlieferten menschlichen Gedanken. Sie sind die einzigen Werte, die nicht in Staub zerfallen sind.

Sprache als Wissensspeicher

Durch die Entdeckung der Schrift vor mehr als 3.000 Jahren in Mesopotamien – überwiegendes Siedlungsgebiet der Kurden – ist es der Menschheit gelungen das Wissen über Generationen hinweg unabhängig von Raum und Zeit aufzubewahren und weiterzugeben. Ein geschriebenes Wort ist „die köstlichste Reliquie“. Es ist mehr als irgendein anderes Kunstwerk, etwas uns selbst innerlich und zugleich der ganzen Welt Angehörendes. Es ist das Kunstwerk, das dem Leben am nächsten steht, daher sind die Bücher der aufgespeicherte Reichtum der Welt und ein schickliches Erbteil von Generationen und Völker.

Die kurdische Sprache diente als Speicher für Wissen, da durch Übergriffe und Erorberungsfeldzüge die Kultur, Architektur, Schrift und sonstige zivilisatorische Errungenschaften der Menschheit vernichtet wurden. Die Analyse der Kurdischen Wörter „Xweza, Xweda und Ezda“ sowie „Dualî“ und „Jin, Jiyan“ liefert uns Antworten auf Fragen  bezüglich Gerechtigkeit, Fortschritt und Ökologie. Diese und ähnliche Analysen werden im Fortgeschrittenen Kurs thematisiert. In einem mehr als 2.000 Jahre alten Gata von Zarathustra (Kurdisch: Zerdeşt) steht: „Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welcher mit einem freien Willen geboren wird. Er kann sich frei für das Gute oder Böse entscheiden. Der Weise entscheidet sich für das Gute, der Unwissende für das Böse.“ Der Mensch wird weder in Rassen noch in Farben und weder in Gut noch in Böse aufgeteilt. Diese Linie erkennt man auch heute noch in kurdisch-alevitischen Gesänge: „Der Mensch ist mein Kabe (Mekka)“. Renaissance huldigte Zarathustra als Hüter vorchristlicher Weisheiten, Aufklärung entdeckte in ihm Weisen aus dem Morgenland und Verkünder einer Sonnenreligion.

Wenn die heiligen Schriften der alten Völker (Zendavesta gehört zu diesen), Homer, Dante und Shakespeare in der vatikanischen Bibliothek ausgestellt werden, dann wird ein Zeitalter anbrechen, in dem die Menschen zum Himmel erklettern werden, schrieb H. D. Thoreau 1854 in seinem Werk „Walden“.

Im Anfängerkurs (DI bzw. DO 18:00Uhr Raum D1.312) geht es darum, den Teilnehmern die rudimentären Grundlagen der Kurdischen Sprache zu vermitteln. Das Alphabet, die Aussprache und Grammatik sowie einfache Texte lesen und verstehen sowie selbst verfassen.

Im Fortgeschrittenenkurs (DO bzw. DI um 18:00Uhr Raum D1.312) befassen wir uns neben den Themen wie Grammatik, Analyse auch mit Themen wie in der Kurdischen Sprache/Kultur Grundlagen der Mathematik (60er System statt Dezimal-System, immer noch Zeiteinheiten 60s, 60min), Kalender, Astronomie (Sonne als Zentrum – Heliozentrisches Weltbild), Biologie (Erste klinische Genmanipulationen auf Tontafeln in Mesopotamien) zu entdecken sind.

Am Dienstag dem 03.05.2016 treffen wir uns im Raum D1.312 um 18:00Uhr um die Inhalte der beiden Kurse zu besprechen und welcher Kurs an welchem Tag statt finden wird. Wir möchten auch gerne Ideen und Wünsche der Teilnehmer sammeln um diese in den Kursen zu berücksichtigen.

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