Offener Brief an den Verfasser des Banners

Sehr geehrter Verfasser, sehr geehrte Verfasserin,

ich habe bei der Großdemonstration am 26.12.2015 in Düsseldorf teilgenommen und ihre „Nachricht“ in Form eines Transparents wahrgenommen.Demonstration Düsseldorf 26.12.2015

Ich habe lange Zeit versucht mich in Ihre Lage hineinzuversetzen, doch die Nachricht, die mit diesem Banner vermittelt wird, entzieht sich jeder Form meiner Empathie. Der Grund dafür ergibt sich bei näherer Betrachtung der einzelnen Teile des Satzes:

Hallo ihr Kurden“ – Eine offensichtlichere Abgrenzung von der kurdischstämmigen Bevölkerung ist nicht mehr möglich, zumal an der Demonstration nicht nur Kurden, sondern auch Deutsche teilgenommen haben.

Ihr seid willkommen“ – In der Regel ist es nicht notwendig Menschen, die bereits irgendwo leben willkommen zu heißen. Dies macht man bei Menschen, die neu in das Land gekommen sind, also bei Flüchtlingen zum Beispiel. Bei einer Gesellschaftsgruppe, die bereits seit Jahren und Jahrzehnten in Deutschland lebt, hier aufgewachsen ist oder gar geboren ist, wirkt dies sehr befremdlich. Darüber hinaus bilden diese Menschen eine tragende Säule in Deutschland sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich und sozial. Es ist rätselhaft, ob Sie ein Auge für aktuelle Geschehnisse auf der Welt haben oder nicht, denn es geht hier nicht um die Flüchtlingspolitik. Aber trotzdem danke, dass Sie uns so freundlich willkommen heißen, wir sind da.

Natürlich muss ja nach einer netten Floskel das begnadete „aber“ folgen:
Aber wir finden es unhöflich + respektlos, dass ihr HEUTE demonstriert“ – Zunächst einmal frage ich mich, wer mit „wir“ gemeint ist. Gewiss sind Sie, lieber Verfasser/ liebe Verfasserin, nicht die Vertreter aller Düsseldorfer und schon gar nicht die Vertreter aller Deutschen. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass nur Sie und die Leute, die hinter dem Transparent stehen, damit gemeint seid. Natürlich sticht das großgeschriebene „HEUTE“ in roter Farbe mit gelber Umrandung als Warnsignal beim lesen des Teilsatzes sofort ins Auge.
Ja, warum heute? Warum nicht morgen oder übermorgen, in einer Woche oder vielleicht gar nicht? Warum am 2. Weihnachtstag[1], den man als Feiertag in Frieden bei der Familie genießen könnte? – Weil es machtbesessene Diktatoren wie Erdogan gibt, der an einem christlichen Feiertag keine Pause beim Massakrieren von unschuldigen Zivilisten macht. Hätte man dem Sultan des Bosporus bloß ein Transparent gemacht, er möge doch bitte damit warten kurdische Siedlungsgebiete in ein Schlachtfeld zu verwandeln und ganze Städte dem Erdboden gleich zu machen, damit man in Deutschland einmal ungestört an einem Feiertag Zeit mit seiner Familie verbringen kann. Leider ist dieser Fall nicht eingetreten. Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass ich auch lieber in Frieden in meinem warmen Heim bei meiner Familie wäre.

schlachtfeld

Und unabhängig jeglicher Konfession, ist dies etwas, was sich jeder Kurde in seiner Heimat wünscht! Aber jetzt versuchen Sie sich in die Lage der Kurden hineinzuversetzen:
Stellen Sie sich einmal vor, diese Menschen hätten keinen Frieden, weil man mit Geräuschen von Maschinenpistolen einschläft und morgens von rollenden Panzern und das ohrenbetäubende Dröhnen von Helikoptern und Kampfjets geweckt wird.
Stellen Sie sich vor, diese Menschen hätten kein Heim, weil aus dem Haus, in dem sie gewohnt haben, nichts weiter als ein Haufen Schutt und Asche übrig geblieben ist.
Stellen Sie sich vor, diese Menschen hätten keine Familie mehr, weil ihre geliebte Person vor ihren Augen vom türkischen Militär erschossen wurde.

Wenn es für Sie unhöflich und respektlos ist, dass an diesem Feiertag demonstriert wird, wie unhöflich und respektlos sollten die kurdischstämmigen Bürger es finden, dass genau diese Waffen, mit denen tagtäglich Angehörige und Freunde in der Türkei erschossen werden, die Insignien „Made in Germany“ tragen? Wie unhöflich und respektlos sollten die kurdischstämmigen Bürger es finden, dass der Diktator, der ihre Angehörigen und Freunde ermordet, von der deutschen Regierung hofiert und finanziert wird? Wie unhöflich und respektlos sollten die kurdischstämmigen Bürger es dann finden, wenn beim Kundtun dieser Klagen eine unpersönliche Nachricht in Form eines Banners auftaucht, dessen Inhalt wie folgt reduziert werden kann: „Hallo ihr Kurden, wir haben hier ein Fest zu feiern. Ihr könnt doch auch leise sterben“?

Was bleibt aus dem „Fest der Liebe“, wenn sie in der Praxis nur aus einer ausgehüllten Phrase „Friede auf Erden“ besteht? Nein, verehrter Verfasser, verehrte Verfasserin, es musste HEUTE sein, die Menschen mussten HEUTE auf die Straße gehen, so leid es mir tut und so ärgerlich es für einen hart arbeitenden Menschen sein mag, an einem freien Tag 20 Minuten von marschierenden Menschen gestört zu werden, die genau den Frieden auf Erden propagieren, den die christliche Religion befürwortet.

Ich unterstelle Ihnen keine bösen Absichten, nicht an Feiertagen der Nächstenliebe, an Feiertagen, an denen man jede Minute zusammen mit der Familie verbringt. Es wäre doch zu schade für diese glückliche Zeit, sich die Mühe zu machen, ein Stofftuch zu organisieren, sich einen schönen Satz auszudenken, die Acrylfarbe aus dem Keller zu holen und den Schriftzug ohne einen Fehler aufzumalen. Dann noch schnell rausgehen und das Banner aufhängen, dass es auch jeder lesen kann. Und schnell wieder zurück, bevor die Demonstranten kommen. Nein, dafür wäre die Zeit zu schade, eine Stunde zu opfern.

Ich hoffe, dass Sie uns Kurden es nicht übel nehmen, dass wir an der von der Stadt genehmigten Demonstration teilgenommen haben und hoffen, dass Sie uns dies verzeihen können. Möglicherweise können wir gemeinsam bei der nächsten Demonstration Transparente beschriften. Ich sehe da viel Potenzial. Wie wäre es mit folgendem Satz:

Hallo ihr Kurden, ihr seid willkommen und wir unterstützen euch bei der Forderung nach Frieden!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie wirklich alles Gute und ein gesegnetes neues Jahr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Agit A.

 

[1] Nebenbei bemerkt: Der 2. Weihnachtstag ist bei unseren Nachbarn, der Schweiz und Frankreich, kein gesetzlicher Feiertag, genauso wenig wie in einigen anderen europäischen Ländern. Im 8. Jahrhundert wurde sogar 5 Tage gefeiert, jetzt sind es leider nur 2 freie Tage. Ich muss also davon ausgehen, dass es sich hierbei gar nicht um religiöse Gefühle des christlichen Abendlandes geht, da offenbar die Dauer der Festzeit nicht so streng genommen wird.

 

22 Kommentare

  1. Schöner Text. Abgesehen davon, dass Demos nicht genehmigt werden müssen sondern höchstens nicht verboten sind. 😉

  2. Alexandra Hinßen

    Ihr Kommentar ist sehr egoistisch. Es gibt auf der Welt immer irgendwo Krieg und Leid. Wieviele Menschen in Deutschland haben auch schon aus rein zivilen Gründen wie Krankheit, Sterbefälle, Hausbrand oder Unfall usw. kein schönes Weihnachtsfest? Unsere Nachrichtenwelt bringt uns doch heute das Leid der ganzen Welt ins Wohnzimmer. Wann gönnt man den Menschen, einmal abschalten zu dürfen? Wieviele Menschen schlafen unter Brücken in Deutschland, während Flüchtlinge geradezu verwöhnt werden. Es gab noch einen Sonntag, an dem hätten Sie auch demonstrieren können! Und ihre Kritik am Willkommensspruch können Sie mal ganz schnell in die „Tasche packen“, wenn demnächst Kurden aus der Türkei nach Deutschland fliehen. Bei allem Respekt vor dem Krieg in der Türkei, vergessen Sie in geradezu unverschämter Weise das unsichtbare Leid in diesem Land und haben Null Respekt vor dem Frieden, den es auch mal zu respektieren und würdigen gilt. Kurden sind im Dauerkrieg. Sind die denn noch fähig, Frieden zu halten? Ihr Tonfall zeigt an, dass Sie nicht mehr fähig dazu sind! Tut mir leid, Ihr arroganter und rücksichtsloser, egoistischer Beitrag bringt mich auf die Palme. Die Welt hat sich wohl um Sie zu drehen oder was sonst? Am Sonntag zu demonstrieren wäre besser gewesen. Bedenken Sie, dass Sie auch den ganzen zusätzlichen Sicherheitskräften das Weihnachtsfest versaut haben. Ich hätte diesen Termin untersagt.

    • Sehr geehrte Frau Hinßen,
      ich werde nicht auf jeden Ihrer haltlosen Unterstellungen und unverfrorenen Beleidigungen eingehen, dazu ist mir die Zeit zu schade. Unterstellungen und Beleidigungen sind keine gute Grundlage eine Diskussion anzufangen.
      Ich finde das Auspielen des Leids verschiedener Menschen einfach nur widerwertig. Mir ist das Leid und Elend dieser Welt bewusst und es ist lohnenswert und lobenswert, wenn sich jeder Bürger auch nur eines dieser Problematiken widmet. Aber es ist nicht zielführend, Menschen, die etwas Leisten dahingehend anzuprangern, dass Sie nicht für eine andere Sache einstehen. Sie wissen es wahrscheinlich auch, dass die Ressource Zeit sehr kostbar und begrenzt ist und einer alleine nicht alle Probleme bewältigen kann, deshalb zähle ich auf engagierte Bürger wie Sie. Wir sollten Zusammenarbeiten, statt uns als Konkurrenten zu betrachten.
      Das deutsche Gesetz brauche ich Ihnen nicht zu erklären, denn Sie sollten Wissen, dass Sie jedes Recht haben, Ihre Augen und Ohren vor der Welt zu verschließen und einmal „abzuschalten“.
      Ich wünschte mir, dass der Fall nicht eintritt, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, aber Sie haben schon richtig bemerkt, dass demnächst Kurden aus Nordkurdistan (Osttürkei) nach Deutschland fliehen werden, wenn es so weitergeht. Ist dies nicht eine offensichtliche Übereinstimmung unserer Interessen? Ist das nicht ein gemeinsames Interesse, um zusammenzuarbeiten? Wenigstens darin können wir uns ja einig sein.
      Dass die Kurden im Dauerkrieg sind, ist leider auch eine wahre Aussage, die ich so voll und ganz unterschreiben würde. Wenn man sich aber ausführlich mit der Geschichte – und dazu zählt auch die deutsche Geschichte – befasst, dann werden die Gründe dafür auch einläuchtend, warum diese Menschen gegen ihren Willen in Kriege hineingezogen werden, für die sie selbst nicht können. Ob der Frieden gehalten wird, ist kein einseitiger beschluss und das macht die Sache ja auch so tragisch. Aber ich schweife hier zu sehr ab. Sie können gerne bei uns im Verein an den Geschichtsvorträgen und Diskussionen teilnehmen.
      Den Tag für die Demonstration zu wählen liegt nicht in meiner und Ihrer Entscheidungsmacht. Der Sonntag hätte ebenfalls viele Nachteile mit sich gezogen. Die Veranstalter hätten sich bei der Wahl des Tages natürlich an Sie wenden müssen.
      Das Weihnachtsfest habe ich persönlich niemandem „versaut“ und schon gar nicht der Sicherheitskräfte. Sie haben möglicherweise nicht bemerkt, dass in Düsseldorf S-Bahnen, Busse und deutschlandweit Züge fahren. All diese Fahrzeugführer müssen auch arbeiten. Es ist also nichts extraordinäres, dass es Menschen gibt, die an Feiertagen arbeiten.

      Abschließend, bevor ich zu weit aushole, soll noch folgendes gesagt sein: Es geht nicht darum, ob für die Sache der Kurden oder der obdachlosen in Deutschland demonstriert wird, sondern darum, dass sich Menschen, die für eine gute Sache einstehen nicht von demotivierenden Bannern aufgehalten und respektlos behandelt werden sollen.

      Ich hoffe damit ist Ihnen mein Standpunkt etwas klarer geworden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Agit A.

    • Ist es denn falsch für Frieden zu demonstrieren selbst wenn es Weihnachten ist? Haben Sie kein Herz kein Mitgefühl für wehrlose Kinder und Frauen die von, in dem Fall der türkischen Regierung, rücksichtslos erschossen werden, NUR weil sie Kurden sind? Das ist es wie als wenn Sie sagen „Sollen sie doch sterben, ich feier lieber Weihnachten mit meiner Familie“? Wie kann man etwas feiern, wenn der Krieg auf der anderen Seite der Welt herrscht? Zudem ist diese Welt nicht nur eure nicht nur unsere, sie ist für alle Menschen jeder Rasse Nation und Kultur gedacht. Das ist nicht deutscher Boden, nicht türkischer und nicht kurdischer Boden, das ist Gottes Erde!
      Wenn sie mit den Flüchtlingen nicht klar kommen, ziehen Sie weg oder demonstrieren sie mit uns damit jeder in seiner Heimat bleiben kann, demonstriert nicht gegen sie, dazu haben Sie das Recht nicht, demonstrieren sie gegen die Menschen die diese Flüchtlingsstrom verursachen, die meisten würden auch lieber in ihrer Heimat bleiben und ihr altes Leben führen, egal wie sehr sie verwöhnt sind, ihr gebt ihnen ein Gefühl sich fremd zu fühlen, traurig zu sein, sehnsüchtig nach der Heimat zu sein, das tut mehr weh als Weihnachten gestört zu feiern!
      Danke für ihre Aufmerksamkeit.

    • @Alexandra Hinßen: Meines Erachtens nach solltest du etwas runterkommen. Du redest davon, dass der Kommentar des Autors „sehr egoistisch“ sei, kein anderes Statement erhalte ich von D E I N E R Antwort. Es fehlt nur noch ein weitere Priese Hass und die NPD kann sich über eine weitere Stimme freuen, wenn die deine Stimme nicht schon haben. Grundlegendes, jede Demonstration möchte eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, mit großer Sicherheit kann ich dir mitteilen, dass du NICHT Teil dieser Zielgruppe bist, Herzlichen Glückwunsch!!!!

    • @Alexandra

      In Deutschland hat jeder das Recht zu demonstrieren. Egal, wann sie möchten. Natürlich sind wir in der Lage in Frieden zu leben, das ist in der Regel jeder. Aber was für einen Dünnpfiff Sie von sich geben, ist eine Unverschämtheit! Deutsche Waffen morden mit in aller Welt, aber dann stört es dem Deutschen Michel, warum man gegen Krieg am 2. Weihnachtsfeiertag demonstriert. Weihnachten ist voll in Deutschland nur noch ein Fest des Konsums… Kein Mitgefühl, keine Nächstenliebe und kein Verständnis.

    • sehr geehrte Frau Hinßen, Ich kann weder Arroganz, noch Rücksichtslosigkeit, noch Egoismus in dieser Stellungnahme von Agit erkennen. Ob ein Mensch arrogant ist oder nicht stelle Ich vielleicht fest, wenn Ich ihm gegenüber sitze. Und die Behauptung, Kurden seien im Dauerkrieg ist auch nicht korrekt. Jedem sei gestattet, sich gegen Unrecht zur Wehr zu setzen; Wenn Sie hier in Deutschland in nächster Zeit von der von Ihnen gewählten Ŕegierung Ihrer freiheit beschnitten werden , werden Sie als erste aufstehen, um dagegen zu kämpfen, auch am 1.Weihnachtstag: Weihnachten ist eh ein Fest der Heuchler, die den Sinn und Zweck dieser Tage vollständig aus den Augen verloren haben

    • Flüchtlinge werden verwöhnt?
      Wo?
      Wo haben Sie das gesehen?
      Verzeihen Sie meine Ausdrucksweise, aber: ich kann diese Scheisse nicht mehr lesen!
      Sie haben nichts verstanden.
      Und weil es in Deutschland Obdachlose, kranke oder an Weihnachten unglückliche Menschen gibt sollen andere Menschen nicht in einer wichtigen Sache auf die Straße gehen dürfen? Warum? Das verstehe ich nicht.
      Vermutlich haben Sie die Zeit in der die Demo stattfand genutzt um sich z.B. um Obdachlose oder irgendwie anders benachteiligte Menschen zu kümmern.
      Oder saßen Sie unzufrieden zu hause und kritisieren Menschen die sich für Menschenrechte und den Frieden einsetzen?

    • Mensch Alexandra, was sind Sie blöd. Wenn Sie nicht lesen können, warum schreiben Sie dann?

  3. Alle reden von ihren Göttern. Eines ist sicher… Es sind keine guten Götter.
    Wenn ich daran denke was für enzetzliches Grauen das Christentum und Moslems über die Menschheit gebracht haben ( und weiterhin ) bringen , habe ich keine andere Gedanken als
    “ Verachtung “
    Und dies alles weil ein grosser Teil der Menscheit nicht erkennt,
    dass ihre Existenz nicht’s anderes ist als ein banaler Zufall.
    Der ganzen Religionszauber ist ein Produkt einer kranken Gesellschaft, die partout nicht einsehen will, dass am Ende des Lebens die biologischen vorgänge in unserem Körper nicht mehr funktionieren. Dann sind wir Leichen und lösen uns langsam aber sicher auf. Es wartetet kein Engel oder irgendwie eine Jungfrau ( oder ein unberührter schwuler Jüngling ) auf uns. ES IST SCHLICHT UND EINFACH VORBEI.

  4. Alexandra Hinsing, sie sind vllt. nicht menschenverachtend, jedoch finde ich sie kurdenverachtend und das macht sie wiederum menschenverachtend, und ich glaube da liege ich laut ihrem Kommentar richtig.
    Sie sagen,
    in Deutschland schlafen Menschen unter der Brücke, und Flüchtlinge werden verwöhnt?!
    Dazu sage ich,
    in Deutschland schlafen nur Penner unter Brücken. Zu so einem Leben muss man sich in Deutschland erstmals entscheiden, genauso wie sie sich zu ihrem Beruf entschieden haben. Gleiches Prinzip.
    Und Flüchtlinge? Ich glaube sie haben nicht verstanden, warum und woher diese Menschen herkommen und was sie bislang, seit Jahren durchgemacht haben, nämlich dass was sie in ihrem Wohnzimmer im Fernseher „so tragisch“ mitbekommen. Den Krieg! Der sie ja so sehr mitnimmt, „dass sie es wohl schon am eigen Leib spüren“..!

    Deutschland hat die Macht, dass in Kurdistan endlich Frieden und Freiheit herrscht, sogar dass Kurdistan als Land anerkannt wird. Die Kurden sind im Dauerkrieg?! Ja! Weil sie verfolgt, vertrieben, unterdrückt, assimiliert, ermordet werden..!
    Wieso? Weil alle ihren Boden wollen, Wasser und Erdöl, plus Krieg treiben um den Waffenhandel anzuheben!
    Ein Multimilliarden Geschäft!
    Dafür treibt man seit eh und je Krieg in Kurdistan und man gibt ihnen keine Rechte auf ihrem eigenen Grund und Boden!

    Stellen sie sich vor, das gleiche Problem hätten sie in Deutschland, Deutschland wäre aufgeteilt in mind. vier Länder und Frankreich terrorisiert als anerkannter Staat, welcher Deutschland verschlungen hat, die Deutschen in ihrem Land, unterdrückt und ermordet sie.
    Und sie wären z.B. aus ihrer Heimat Deutschland welches wohlgemerkt als politisches Land nicht anerkannt wäre, auf Grund der politischen Lage nach dem schönen, modernen und sicheren Kurdistan geflohen.
    Und nun wollen sich von dort aus für die Rechte in ihrer Heimat einsetzen. Aber leider feiern die Kurden so ein Fest der Liebe. Die sich dann noch beschweren, dass es in ihrem Land (Deutschland) Krieg gibt, welcher auch noch mit kurdischen Geldern und Waffen mitfinanziert wird. Und dann sagt man, dass man in Deutschland nicht fähig sei Frieden zu führen…unfassbar!

    Dazu! Die Kurden haben nie einen Krieg angefangen! Sie werden angegriffen!!!

    Wieso tun sie nichts dagegen, und setzen sich für den Frieden in Kurdistan ein? Anstatt hier so einen Blödsinn zu kommentieren!
    Tun sie was, dass Kurden aus der Türkei nicht her flüchten müssen! Stoppen sie mit, die Türkei! Sagen sie ihrer Regierung, sie sollen die Kurden unterstützen, in jeglicher Hinsicht!
    Die Kurden sind ein gutes Volk. Mein Volk steht ihrem Volk und anderen Völkern in nichts nach, sodass sie keinen eigenen Staat verdient haben/hätten!

    So kriegen sie den Frieden!

    Von: Helena Seidel
    Eieiei… da muss man wieder erklären, was der Stefanitag ( = 26.12.) ist. Jeder höfliche und respektvolle Christ hätte sich besser diesem Protest angeschlossen, denn üblicherweise denkt man am 2. Weihnachtsfeiertag an die verfolgten Christen. Im Sinne der Nächstenliebe kann man natürlich auch für alle Verfolgten auf die Straße gehen.
    Echt Panne, diese Kulturchristen.

  5. In Deutschland hat keiner unter einer Brücke zu schlafen. Es gibt genug Orte an denen Obdachlose unterkommen können und eine warme Mahlzeit genießen dürfen. Jedem Menschen dem es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist wird eine Wohnung oder mindestens ein Zimmer gezahlt. Die Mittel sind also da. Ob man davon nutzen macht ist eine andere Frage. Und jetzt sagen Sie mir mal welches „Leid“ in Deutschland herrscht ausser die Dreistigkeit von Menschen wie Ihnen die meinen dass Flüchtlinge hier wie Könige leben. Hauptsache den „Pegida-Vollidioten“ nachquatschen was? Fakt ist dass in wir hier in Deutschland alle ein „schönes“ Leben führen. Nur haben wir keine Ahnung wie gut es uns eigentlich geht. Frau Hinßen Sie scheinen einfach nur unwissend zu sein.

  6. Sehr geehrter Agit A., zunächst stelle ich fest, dass auch Sie anscheinend lieber im Anonymen verweilen wollen, anstatt mit ihrem Namen offen hinter ihrer Botschaft zu stehen. Dann stelle ich fest, dass Sie lediglich das (berechtigte) Ansinnen vieler Bürger dieser Stadt brüsk zurückweisen, anstatt sich mit der Motivation dahinter konstruktiv auseinanderzusetzen. Wie wäre es denn, mal nachzufragen, WAS genau denn als störend empfunden wird, wenn plötzlich 15.000 Menschen eine Stadt, mindestens in Teilen, in Unruhe versetzen? Und ja, sicher werden kurdischstämmige Bürger dieser Stadt an der Demonstration teilgenommen haben, aber es waren auch ganz viele Menschen dabei, die aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland angereist (wurden) sind – und diese Menschen darf man hier in dieser Stadt sehr wohl auch willkommen heißen. Wiewohl es derzeit eh schwierig ist, immer genau zu erkennen, wer ist denn hier im Lande schon integriert und wer ist (noch) als Flüchtling unterwegs. Vielleicht bemühen Sie sich künftig einfach noch etwas mehr, wenn Sie denn schon hier beheimatet sind, etwas mehr Verständnis für christliches Empfinden und Bedürfnis zu gewinnen. Kommunikation in vielerlei Richtungen hilft dabei, Offenheit hilft dabei, Toleranz und Akzeptanz helfen dabei – und manchmal auch die Fähigkeit, eine Botschaft in ihrer gemeinten Form zu erfassen. Sie dann nicht auseinander zu gliedern um konstruierte politische Angriffspunkte zu finden, gehört sicherlich auch dazu.

    • „Wiewohl es derzeit eh schwierig ist, immer genau zu erkennen, wer ist denn hier im Lande schon integriert und wer ist (noch) als Flüchtling unterwegs.“

      Warum muss man es „immer genau“ erkennen? Wer gilt als „schon integriert“ und wer nicht? Und geht es hier überhaupt um Integration?

  7. schön geschrieben. ausser „nicht nur kurden haben dran teilgenommen sondern auch deutsche“. ich denke da haben auch genug türken und andere nationalitäten dran teilgenommen 😉 ausgrenzung ist nicht schön, egal von welcher seite.

  8. Es wäre ganz sicher sinnvoll gewesen, die Demo an einem Tag abzuhalten, an dem die Adressaten – nämlich die Parlamentarier – auch etwas davon mitbekommen.

    Dann möchte ich dieses Zitat in Erinnerung rufen „Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden“.

    Es ist in Deutschland legitim, eine Demo anzumelden und durchzuführen, aber es ist ebenso legitim, nicht glücklich damit zu sein.

    Ich kann beide Seiten verstehen und wundere mich über die Heftigkeit des verbalen Schlagabtauschs. Als neutrale Beobachterin stelle ich für mich fest, dass sich hier niemand mit Ruhm bekleckert.

  9. Den ganzen Rest mal unangetastet lassen und nur „Ihr seid Willkommen“ betrachtet, ist das etwas anderes als „herzlich Willkommen“, ersteres kann sich durchaus auf Menschen beziehen, die schon länger dort sind. Es ist eine allgemeine Ausgabe, ob jemand gerne gesehen ist, die nicht zwangsläufig an Neuankömmlinge gerichtet sein muss.

    • *Aussage, nicht Ausgabe

      • Davon ab, ist es ja wohl völlig unerheblich was diesen Feiertag in Nachbarländern angeht. Es geht um diesen konkreten Fall, in DIESEM Land. Bei Verlagerungen/Verallgemeinerungen/Globalisierungen um sich zu werfen wenn es einem passt ist nicht konstruktiv. Außerdem manchen (wenn vermutlich auch eher wenigen) bedeutet dieser Feiertag etwas ! Wer wagt es da sich rauszunehmen denen das abspenstig zu machen, Konsum hin oder her. Oder von wegen „Wem bedeutet das Christentum denn überhaupt noch etwas…. „

  10. Weihnachten ist für uns ein Feiertag, der von allen Menschen, die in Deutschland leben, respektiert werden sollte!
    Sie erwarten Respekt für Ihr Anliegen und die Deutsche Bürger erwarten Respekt für gesetzliche gesamtgesellschaftlich anerkannte Feiertage!

  11. Ich zitiere einfach mal was Jesus in dieser Situation zu A!exandra H. gesagt hätte: Siehst Du nicht die Not, das Leid und die Tränen? Gehe hin Schliesse dich den Bedürftigen dieser Welt an und gehe ihnen ihre Not zu lindern. Denn Dein Glück ist nur von Dauer, wenn Du Deine Hilfe nicht versagst. Selig sind nur die gebenden.
    Diese Worte sind aus verschiedenen Zusammenhängen zusammengeführt. Aber jedem steht offen was ihm beim jüngsten Gericht erwartet.
    Ich freue mich über die besonnenen Kommentare der in Deutschland lebenden Kurden bei diesem Beitrag. Ich weiss schon lange, dass die kurdischen Freunde dort wo seit tausenden Jahren ihre Heimat ist, sie von Eroberern nicht als gleichwertige Menschen behandelt werden. Die Kurden hatten eine grosse Kultur, die weitestgehend ausgelöscht wurde. Es ist wahrscheinlich, dass viele Traditionen des Christentum von der kurdischen Kultur übernommen wurden. Die Geschichte von Noah in der Bibel hat auf kurdischen Boden stattgefunden, der Garten Eden soll sich im Zweistromland befunden haben, im irakischen teil des Kurdengebietes, die ältesten Kirchen sind auf kurdischen Gebiet.
    Ich schweife ab. Eine Frage, warum soll man sich ausgerechnet am Fest der Liebe und des Friedens nicht äussern zum Frieden? Noch dazu in einem Land, das einen nicht unerheblichen Teil seines Wohlstandes verdient am Unfrieden in der Welt?

  12. Wenn ich ehrlich bin das einzige was ein wenig die schöne stimmung der stellungnahme kaputt gemacht hat war der schluss satz mit dem feiertage nicht so ernst nehmen hätte man sich drücken können aber aus jedem muss mal ein wenig wut raus also kann man das irgendwie verstehen 🙂

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