Ursachenforschung sexueller Übergriffe – Ist Köln nur ein Einzelfall?

Die sexuellen Übergriffe in Köln haben für eine undifferenzierte und pauschalisierte Meinungsbildung in der breiten Öffentlichkeit gesorgt. Dabei ist die Verallgemeinerung das Asylrecht in Frage zu stellen oder den „Ausländer“ als Kriminell abzutun genauso gefährlich, wie eine Verharmlosung dieser Straftaten und ihrer Hintergründe. Eine Differenzierung erfolgt bei intensiver Ursachenforschung, die am Anfang gar nicht vorhanden war, aber erst im Nachhinein von Intellektuellen und Fachkundigen nur in Teilen erbracht wurde. Welche Erkenntnisse diese Ursachenforschung hervorbringt, wird zum Schluss besonders deutlich. Zunächst aber die Problematik differenziert werden:

Eine Facette sexualmotivierter Straftaten

Eine Facette sexualmotivierter Straftaten sind Geißeln archaischer Kulturen und ihrer autoritären, patriarchalischen Mentalitäten. Darin sorgen hierarchische Geschlechterrollenverteilungen für ein minderwertiges Frauenbild und die Überlegenheit des männlichen Geschlechts. Inwiefern der Islam darin Involviert ist, haben Herr Abdel-Samad und Herr Mansour in Beiträgen und Interviews Kritisch beleuchtet. Zu den Ursachen zählen u.a. die Tabuisierung von Sexualität und die „Reinheit“, welche mit der „Ehre“ einhergeht. Während die Frau ihre Jungfräulichkeit bewahren muss und sich öffentlich nicht zeigen darf, wird dies bei Männern lockerer gehandhabt. Somit ist für Männer eine Hintertür offen, um gegen strenge Moralvorstellungen zu verstoßen. Eine Legitimierung zur Befriedigung des Sexualtriebs in Form von sexueller Gewalt erfolgt u.a. durch Dehumanisierung des Opfers. Erste Anzeichen der Entmenschlichung werden durch Herabwürdigungen und Beleidigungen deutlich, wenn das Opfer nicht der Kultur und/ oder der Religionsgemeinschaft angehört oder sich nicht nach dessen „Regeln“ verhält. Die Übergriffe in Köln haben dies genauso gut gezeigt, wie der Missbrauch der CBS-Journalistin Lara Logan auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Ganz deutlich wird dies auch bei dem Vergewaltigungsversuch und dem anschließenden Mord an der Studentin Özgecan Aslan in der Türkei.

Özgecan war kurdischer Abstammung alevitischen Glaubens und somit aufgrund Ihrer ethnischen Zugehörigkeit und darüber hinaus ihrer religiösen Glaubensgemeinschaft Zielscheibe von Ultranationalisten und islamistischen Fundamentalisten gewesen. Obwohl der Mord viel Empörung auslöste und immer mehr solcher Missbrauchsfälle und Morde ans Tageslicht kamen, sind die Aussagen einer türkischen Koranlehrerin symptomatisch für das rückständige Geschlechter- und Religionsverständnis vieler Muslime in der Türkei. In einer Schule in Tokat beschimpfte die „Pädagogin“ halbwüchsige Schülerinnen, weil sie kein Kopftuch im Unterricht trugen. Zu einer Siebtklässlerin sagte sie sogar nach Angaben der Eltern: „Ihr bedeckt eure Köpfe nicht, deshalb ist es im Islam erlaubt, euch zu vergewaltigen oder anderes Grausames anzutun“. Diese Aussage traf sie kurz nach der Ermordung Özgecan Aslans und habe ferner den Schülerinnen geraten lieber für die Toten zu beten, statt gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren, „sonst endet ihr wie Özgecan“. Trotz massiver Kritik und Proteste wurde die Lehrerin nur an eine andere Schule versetzt.

Die frauenfeindliche Gesinnung wird zusätzlich von der dortigen Politik beflügelt und getragen, denn die islamisch-konservative AKP äußerte sich immer wieder sexistisch. So schrieb die Süddeutsche Zeitung im Frühjahr: „Im Januar [2015] etwa erklärte […] Recep Tayyip Erdogan, Frauen und Männer könnten nicht völlig gleichberechtigt sein. Der AKP-Bürgermeister der Hauptstadt Ankara, Melih Gökcek, forderte einst bei einer Debatte über Abtreibungen, Frauen sollten ein Kind auch nach einer Vergewaltigung zur Welt bringen müssen“.

Daraus lässt sich eine starke Tendenz der radikalen Islamauslegung in einigen arabischen Ländern (wie Ägypten) aber auch in der Türkei feststellen. Der Unmut über einen Import dieser sexistisch-chauvinistischen Religionsauslegung ist somit nicht vollständig unbegründet. Das Thema Sexismus und Gleichberechtigung in Deutschland muss aber zunächst für die jeweiligen Bevölkerungsgruppen differenziert betrachtet werden.

Wie ist das Familienverständnis hierzulande?

Wie sieht es denn in unserem Land aus mit dem Verständnis von Gleichberechtigung und Emanzipation? Herr Fischer macht einige Interessante und bedeutende Feststellungen in einer Kolumne bei der Hysterie über die Straftaten in Köln. Dabei stellt er die sexuellen Übergriffe von deutschstämmigen Bürgern sehr treffend dar, welche nicht nur in Deutschland sondern auch im Ausland bei Missachtung des „Gastrechts“ vorkommen. Diese sexuellen Übergriffe sind meist anders motiviert, als die Untaten in Köln. Aber dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – ist es eine besondere Schande, dass die Kölner Silvesternacht für politische Zwecke instrumentalisiert wird. Denn eine geheuchelte Betroffenheit ist genauso wenig Wert wie eine wahrhafte Betroffenheit, die sich aber nur auf die eigene Ethnie beschränkt. Wer sich tatsächlich für Frauenrechte stark machen möchte, muss bei sich anfangen und hinterfragen ob das eigene Handeln graduell abgeschwächt sexistisch ist. Diese Reflektion sollten sich Frauen wie Männer machen.

Interessant ist nun aber auch die Frage nach dem Verständnis von Gleichberechtigung, Emanzipation und Familie der in Deutschland lebenden Migranten – oder um den Kreis zu erweitern – der deutschen mit Migrationshintergrund. Denn das ist ja die Frage, die uns nach der Silvesternacht quält. Herr Mansour zeigt in einem Beitrag in Zeit Online exemplarische an einer Klasse der Sekundarstufe I ob und wie sehr die Kinder türkischer Abstammung die Gedankenkonstrukte einer hierarchischen Familienstruktur aus ihrer Heimat aufnehmen und davon überzeugt sind. „Wenn mein Bruder mich schlägt, dann härtet mich das ab“ – sei die Aussage einer 15-jährigen Schülerin, dessen gepresstes Lachen ihre Unsicherheit über diese Aussage preisgeben würde. „Die Ehre eines Mannes steckt zwischen den Beinen einer Frau“ soll ein türkischstämmiger Schüler behauptet haben, welcher damit ein türkisches Sprichwort zitierte. Diese Schüler zählen zu der dritten Generation von Immigranten und haben offenbar die grundlegenden Werte einer freien demokratischen Gesellschaft nicht verinnerlichen können. Besonders kritisch ist es, wenn offenkundig vom Schüler behauptet wird, er würde seine „Schwester umbringen, wenn sie Sex vor der Ehe hat“. Das Hinwegsetzen der Moralvorstellungen über den Gesetzen in Deutschland ist ein Indiz für Fundamentalismus nach der Studie des WZB (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung).
Für 65 % der befragten Muslime türkischer und marokkanischer Abstammung sind religiöse Regeln wichtiger als säkulare Gesetze. Noch erschreckender ist die Zahl, dass 45 % der türkischstämmigen Muslime fundamentalistische Denkweisen haben. Auch die Fremdgruppenfeindlichkeit existiert in einem großen Umfang in der türkischstämmigen Islamgemeinschaft der Sunniten, da 30 % gegen Homosexuelle, Juden und dem Westen eingestellt sind.

Eine andere, besonders wichtige Erkenntnis aus der Studie ist die Tatsache, dass sowohl Fundamentalismus als auch Fremdgruppenfeindlichkeit innerhalb der Muslime je nach Herkunftsstaat und innerhalb der Religionsgruppen stark variieren kann. So sind die Anteile der Fremdgruppenfeindlichkeit bei Muslimen marokkanischer Herkunft fast halb so groß und bei Aleviten[1] noch wesentlich geringer. Anders als häufig prophezeit, haben Regressionsanalysen ergeben, dass diese radikalen und fundamentalistischen Einstellungen keineswegs demographisch oder sozioökonomisch abhängig sind.

Angst oder Hass sind keine guten Berater, um tatsächlich existierende Probleme zu lösen. Bevor die vorherigen Aussagen für Rechtspopulismus und Ressentiments missbraucht werden und damit Gewalt gegen Menschen legitimiert wird, soll hier betont werden, dass Fremdgruppenfeindlichkeit und die Missachtung der hiesigen Gesetze in keinem Fall zu tolerieren sind, egal aus welchem Lager diese Fronten stammen. Die Statistik hat nämlich auch gezeigt, dass Fremdgruppenfeindlichkeit bei den Einheimischen ein gewaltiges Ausmaß erreicht hat, denn in Absoluten Zahlen ausgedrückt gibt es mehr Personen die fremdgruppenfeindliche Tendenzen aufweisen, als jene mit Migrationshintergrund. Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich, sich nicht den Vorurteilen und Anschuldigungen von Rechtspopulisten und Rechtsextremen hinzugeben, sondern sich mit fundierten Fakten mit der Problematik auseinanderzusetzen. Zum Glück gibt es in den Debatten Menschen wie Herr Abdel-Samad, Herr Mansour oder Herr Fischer, die niveauvoll und nüchtern zu einer Problemidentifizierung und einer Lösung beitragen.

Während Vorurteile von Rechtsextremen und Rechtspopulisten aufgrund der Hohen Flüchtlingszahlen infolge des Bürgerkriegs in Syrien erweckt und verschärft werden, müssen die Ursachen für die Fremdgruppenfeindlichkeit und Fundamentalismus der Deutschen mit Migrationshintergrund und im besonderen Maße die der türkischstämmigen Deutschen beleuchtet werden.

Das Trojanische Pferd mitten in Europa

Warum die Fremdgruppenfeindlichkeit und der Fundamentalismus bei türkischstämmigen Sunniten so extrem groß ist, wird im WZB-Bericht nicht behandelt. Daher stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass türkischstämmige Schüler, die in der dritten Generation in Deutschland leben, diese rückständigen Denkmuster und solche Vorurteile gegenüber anderen Gruppen haben? Um diese Fragen zu beantworten muss man sich anschauen, wie die türkischstämmigen Sunniten in Deutschland organisiert sind und wer für die theologische Auslegung verantwortlich ist:

Eines der großen türkischen Islamverbände ist DİTİB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), welche nach ihren Angaben mit über 900 Vereinen 70 % der in Deutschland lebenden Muslime vertrete. Nach Angaben des ZDF sei sie mit 120.000 Mitgliedern eine der größten islamischen Vereinigungen in Deutschland. Wie kann es also sein, dass sich Radikalisierung in so unglaublich großen Zahlen unbemerkt an der größten Islam-Gemeinde vorbei entwickeln? Oder sind Islamverbände solcher Art ursächlich für die Radikalisierung?

Tatsächlich gibt es zahlreiche Beispiele für Fremdgruppenfeindlichkeit und Fundamentalismus-Sympathien. So wurden auf der Webseite der Ditib in Melsungen antisemitische Sprüche, die angeblich aus dem Koran stammen, veröffentlicht:

  • „Die Juden predigen Gutes, aber hören nicht auf Böses zu tun“
  • „Die Juden sind gemein“
  • „Juden haben ihre eigenen Propheten umgebracht“
  • „Juden sind geizig“
  • „Juden sind schwache Kämpfer“

Während der Landesverband sich davon distanziert und ein Bauernopfer dafür verantwortlich macht, wiederspricht Ditib Melsungen dieser Darstellung, denn die „Inhalte, wegen denen die Ditib Melsungen im November angegriffen worden war, hätten bereits seit zwei Jahren auf der Internetseite des Vereins gestanden“, so der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen.

Auch eine Annäherung zum Fundamentalismus ist offenbar nichts untypisches für den Ditib Vorstand und seinen Mitgliedern. Denn folgendes Foto aus der Tagesschau zeigt ein Ditib Vorstandsmitglied, der sich mit dem Handzeichen des IS und einem IS-Sympathisanten mit aufgedrucktem IS-Zeichen fotografieren ließ.

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/is-201.html

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/is-201.html

Ebenfalls wurde das Vorstandsmitglied als Bauernopfer entlassen, aber eine selbstkritische Aufklärung erfolgte nicht.

Ditib wurde zwar nach deutschem Vereinsrecht gegründet, untersteht aber der Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet), welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Daher kann die Ditib als verlängerter Arm der türkischen Regierung gesehen werden. So werden nach Angaben des ZDF auch 1.600 Botschaftsräte, Attachés und Imame in andere Länder entsendet – die Hälfte davon in Deutschland. Dieses „Personal“ hat in der Regel keine Kenntnis über die in Deutschland/Europa vorherrschenden Gesetze und Gesellschaftsnormen und beherrscht die deutsche Sprache nicht, um mit deutschen Behörden zu kommunizieren. Um es direkter und unmissverständlich auszudrücken:

  • Ditib ist eine in Deutschland gegründeter Verein mit immensem Einfluss auf die Gesellschaft in Deutschland
  • Ditib und dessen Vorstände haben radikale und faschistoide Strömungen
  • Ditib untersteht der Kontrolle eines fremden Staates

Diese drei Punkte bergen nicht nur eine extrem große Gefahr für das Zusammenleben aller Menschen (unabhängig ihrer Religion) in Deutschland, sondern auch für die Souveränität Deutschlands selbst, denn die Islamverbände versuchen sich immer weiter in politische Belange einzumischen. So ist es offensichtlich, warum immer wieder der Islamunterricht in der Schule debattiert wird oder die Bundesregierung zu den schweren Menschenrechtsverletzungen im Südosten der Türkei nicht mit Sanktionen droht.

Wenn man sich nun die theologischen Überzeugungen der Diyanet, der türkischen Behörde für Religionsangelegenheiten, anschaut, so sind ihre religiös-bindenden Entscheidungen (sog. Fatwa) in ihrer Rückständigkeit kaum zu überbieten. So gab die Behörde an, dass es keinen Einfluss auf die Ehe habe, „wenn der Vater seine Tochter mit Wollust küsst“. Es sei ebenfalls keine Sünde, wenn ein Vater seine Tochter „ansieht und dabei Lust empfindet“. Das Mädchen müsse aber „älter als neun Jahre“ sein. Wie man solche abstoßenden Fragen öffentlich stellen, schlimmer noch solche Antworten geben kann, ist aus gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar. Auch die rückständige Geschlechterrollenverteilung und Feindbilderklärungen werden durch solche Fatwas vorgeschrieben, wie „Verlobte sollen nicht zusammenleben, in der Öffentlichkeit nicht miteinander flirten oder Händchen halten und (sunnitische) Muslime keine Ehen mit Aleviten eingehen“, schrieb der Humanistische Pressedienst und erläuterte die absonderbaren Entscheidungen des höchsten Amts für Religionsangelegenheiten der Türkei. Besonders diese Fatwa bestätigt die zuvor genannten Gründe, wie es zur Misshandlung und Ermordung Özgecan Aslans in der Türkei kommen konnte und warum die rückständige Geisteshaltung kein Einzelfall ist.

Wenn man bedenkt, dass diese unzivilisierten theologischen Auslegungen von der Diyanet über Ditib nach Deutschland importiert werden, sind die Übergriffe in Köln die Spitze des Eisbergs. Noch besorgniserregender ist die Tatsache, dass nicht nur Ditib sondern zahlreiche andere Islamverbände der Diyanet unterstehen und miteinander vernetzt sind. Innerhalb der Atib (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V.), welche ebenfalls der Diyanet untergeordnet ist, organisieren sich die ultranationalistischen und islamistischen „Grauen Wölfe“. Welches Gewaltpotential und welche Gefahren damit einhergehen, wurde im ZDF-Bericht Frontal-21 ausgiebig erläutert.

Video: ZDF Frontal 21 - Grauen Wölfe
Auch die Einflussnahme in Politik und Gesellschaft ist kein Geheimnis. Ein Beispiel dafür ist das in der Arte-Doku genannte Protestschreiben der Atib (hier aber die Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich) an das österreichische Parlament. Österreich hat nämlich den Genozid an den Armeniern, welches 1915 von der Türkei begangen wurde, als solches anerkannt. Dieser Genozid wird jedoch weder von der Türkei noch von den türkischen Verbänden in Europa anerkannt und selbst nach 100 Jahren geleugnet.

Video: Arte VOX POP - Erschwert die Fremdfinanzierung die Integration in Europa?

Mit dem Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) werden die vier größten islamischen Organisationen in Deutschland zusammengeführt und bilden eine Krake der ausländischen, politischen Einflussnahme. Neben der Ditib ist der Zentralrat der Muslime (ZMD) darin vertreten, die innerhalb ihres Vereins Anhänger der Muslimbruderschaft haben. Der Stellvertretende Vorsitzende des ZMD, Mahmut Askar, ist außerdem in der Atib (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V.) als Generalsekretär vertreten. Mit diesen Verflechtungen und Zusammensetzungen bilden diese Organisationen einen Cocktail islamistischer und faschistoider Gesinnung, die kaum zu überblicken ist.

 

Fazit

Zusammengefasst sind die führenden Islamverbände hauptverantwortlich für die Radikalisierung junger Deutscher, da ihre Vorstandsmitglieder und Vereinsmitglieder selbst radikale und faschistoide Tendenzen aufweisen. Ferner dienen sie der Umsetzung ausländischer (hier türkischer) Interessen, welche nur insgeheim und verdeckt geschieht und macht sie so zum trojanischen Pferd in Europa.

Das trojanische Pferd in Europa

Diese Verbände sind gänzlich ungeeignet für die Integration der Flüchtlinge, da sie selbst die Grundlagen der freien demokratischen Gesellschaft in Deutschland nicht begriffen haben. Eine Kooperation der Regierung mit diesen Verbänden ist besonders gefährlich, da die Flüchtlinge gerade vor der Radikalisierung in ihrer Heimat geflohen sind und dem jetzt offenbar schutzlos wieder ausgeliefert werden. Das Problem sind also nicht die Menschen, die einer Religion folgen, sondern diejenigen, die die Religion institutionalisieren, um damit gesellschaftliche, juristische und politische Macht ausüben und grenzüberschreitende Kontrollen manifestieren. Diese Instrumentalisierung der Religion existierte in der Geschichte bereist im Mittelalter.

Probleme solcher Art können keineswegs von rechten Randgruppen wie Pegida, AfD, NPD etc. gelöst werden. Es ist daher dringend notwendig, sich von rechtem Gedankengut und Ressentiments zu verabschieden und eine konstruktive Lösung auf politischer Ebene herbeizurufen. Dabei können folgende Forderungen gestellt werden:

Zunächst müssen die Verbände, die nachweislich Menschen radikalisieren (islamistisch wie nationalistisch) aufgelöst werden und die Mitglieder resozialisiert werden. Um den Import radikaler Religionsauslegung zu vermeiden, müssen in Deutschland ausgebildete Theologen den Islam so predigen, dass sie mit einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft konform ist. Dazu ist es Erforderlich, dass diese Theologen nicht vom Ausland finanziert oder ausgesandt werden. Somit muss die Einflussnahme der türkischen oder arabischen Religionsämter getrennt werden, damit auch keine fremd-politischen Interessen über die Verbände verfolgt werden können. Um die Integration der Flüchtlinge nach freien demokratischen Grundsätzen zu gewährleisten, sollten diese vom islamischen Terrorismus traumatisierten Menschen nicht den Islamverbänden und ihrer radikalen Auslegung schutzlos ausgeliefert werden. Nur mit einer kritischen Auseinandersetzung mit den Verbänden und der Geisteshaltung zum Islam kann eine langfristige und plurale Gesellschaft in Frieden und Demokratie gewährleistet werden.

[1] Das Alevitentum ist eine Religionsgemeinschaft, die primär im Osten der Türkei verbreitet ist. Nach dem Bericht des WZB werden diese zum Islam gezählt. Diese Eingliederung ist jedoch umstritten.

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